{"id":2938,"date":"2014-01-17T17:56:27","date_gmt":"2014-01-17T17:56:27","guid":{"rendered":"https:\/\/arnis.de\/die-stadt-2\/chronik\/"},"modified":"2024-01-03T17:19:16","modified_gmt":"2024-01-03T16:19:16","slug":"chronik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/old.arnis.de\/old\/die-stadt\/chronik\/","title":{"rendered":"Chronik"},"content":{"rendered":"\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/old.arnis.de\/old\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/pages_stadt_chronik_01.jpg\" alt=\"Bild - Stadt Arnis Chronik 01\" \/><\/figure>\n\n<p><strong>Arnis liegt auf einer Halbinsel in der Schlei. Bis zur Besiedelung war die Insel fast unbewohnt und zum gr\u00f6\u00dften Teil bewaldet. Der d\u00e4nische K\u00f6nig Erich der Pommer soll eine bis dahin existierende Landverbindung 1415 durchstochen haben, so dass Arnis eine Insel wurde. Dies blieb sie bis zur erneuten Anbindung an das Festland.<\/strong><\/p>\n\n<p>Als der Kappelner Gerichts- und Kirchenherr Detlef von Rumohr von den Einwohnern des Fleckens den Lehnseid verlangte, waren 65 Familien nicht bereit, diesen zu leisten. Weil das aber bedeutete, dass sie nicht weiter in Kappeln bleiben konnten, ersuchten sie Herzog Christian Albrecht, ihnen die Insel Arnis zur Besiedelung zu \u00fcberlassen. Die abtr\u00fcnnigen Kappelner B\u00fcrger bekamen die Erlaubnis, sich auf der Insel anzusiedeln. Heute befindet sich die Urkunde dar\u00fcber im Landesarchiv in Schleswig.<\/p>\n\n<p>So wurde 1667 Arnis gegr\u00fcndet, die Insel gerodet und planm\u00e4\u00dfig bebaut. Eines der ersten Geb\u00e4ude war die Schifferkirche. Von den damals errichteten H\u00e4usern sind nur noch einige im Urzustand vorhanden, vor allem das Haus Lange Strasse 13, das aus dem Jahre 1712 stammt. Doch die Anlage des Ortes mit der Langen Strasse, die von einem Ende der Stadt zum anderen f\u00fchrt, und den langen, schmalen Grundst\u00fccken hinter den H\u00e4usern, die bis an die Schlei reichen, zeigt auch heute noch das Bild aus den Gr\u00fcndertagen.<\/p>\n\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/old.arnis.de\/old\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/pages_stadt_chronik_02.jpg\" alt=\"Bild - Stadt Arnis Chronik 02\" \/><\/figure>\n\n<p>Mehr als 100 Jahre sp\u00e4ter, im Jahre 1796, wurde wieder eine Verbindung zum Festland hergestellt, der Alte Damm wurde gebaut. Er verbindet den Kirchberg mit Gr\u00f6dersby. Es wird erz\u00e4hlt, dass der Sand zum Bau des Dammes aus Kopenhagen stammt. Er wurde n\u00e4mlich von den Schiffern, die ihre Handelware dort verkauften, als Ballast mitgebracht.<\/p>\n\n<p>Im 18. Jahrhundert war Arnis ein nicht unbedeutender Handelsort. Von hier aus wurden Waren nach Skandinavien und in den ganzen Ostseebereich verhandelt. Die Napoleonischen Kriege brachten Arnis neben einer Besetzung durch franz\u00f6sische Truppen auch den Verlust etlicher Handelsschiffe, wovon die Stadt sich aber bis 1830 schon wieder erholte.<\/p>\n\n<p>Den H\u00f6hepunkt seiner Bedeutung als Schifffahrtsstandort und als regionaler Marktplatz erlebte Arnis in den Jahren von 1840 bis 1870. 1860 hatte Arnis \u00fcber 1000 Einwohner. 88 Schiffe war hier beheimatet.<\/p>\n\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/old.arnis.de\/old\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/pages_stadt_chronik_03.jpg\" alt=\"Bild - Stadt Arnis Chronik 03\" \/><\/figure>\n\n<p>Der Deutsch-D\u00e4nische Krieg 1864 brachte Arnis zuerst Einquartierungen d\u00e4nischer Truppen und schlie\u00dflich den Br\u00fcckenschlag zwischen Sundsacker und Arnis durch preu\u00dfische Pioniere. Mit dem Ausgang des Krieges wurde der Handel mit Skandinavien schwieriger. 1868 bauten die Arnisser einen zweiten Damm zwischen Gr\u00f6dersby und Arnis, den Neuen Damm. Das Land zwischen den beiden D\u00e4mmen wurde trockengelegt, ist aber auch heute noch sumpfig. Der Niedergang der Schifffahrt setzte nach1873 mit dem starken Aufkommen der Dampfschiffe in der Ostsee ein. Die Bev\u00f6lkerungszahl sank. In diesen Jahren erhielt die Fischerei eine gr\u00f6\u00dfere Bedeutung.<\/p>\n\n<p>Anfang des 20. Jahrhunderts begannen die Arnisser, Besucher und Sommerfrischler zu werben. Ein aufwendiger Prospekt wurde gedruckt, der die Stadt bildlich in die N\u00e4he Venedigs r\u00fcckte, aber auch \u00fcberaus wertvolle Informationen enthielt, wie man mit Schiff und Bahn den Ort erreichen konnte und wer Quartier zu welchen Preisen und welcher Ausstattung anbot.<\/p>\n\n<p>1934 wurde Arnis Stadt, bis dahin hatte es die eingeschr\u00e4nkte Selbstverwaltung eines \u201eFleckens\u201d.\u00a0 Arnis profitierte von einer nationalsozialistischen \u00c4nderung der Gemeindeverfassung. Zwar wurden auch in Arnis ab 1934 die Gemeindevertreter nicht mehr frei gew\u00e4hlt. Weil aber der Ort durch die bauliche Struktur und die von Werften und Tourismus bestimmten Wirtschaft st\u00e4dtische Eigenschaften aufwies, erhielt es vom preu\u00dfischen Innenministerium das Stadtrecht. Durch einen gl\u00fccklichen Zufall wurde der Stadt im selben Jahr das fr\u00fchere \u201eKlinckenhus\u201c (s.u.) von der \u201eMatthias und Maria H\u00fcbsch Stiftung\u201c\u00a0 vermacht. Seitdem beherbergt es das Rathaus von Arnis. Heute ist Arnis die kleinste Deutschlands und z\u00e4hlt zu den kleinsten St\u00e4dten weltweit.<\/p>\n\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/old.arnis.de\/old\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/pages_stadt_chronik_04.jpg\" alt=\"Bild - Stadt Arnis Chronik 04\" \/><\/figure>\n\n<p>Mit dem Ende des 2. Weltkrieges f\u00fcllte sich die Stadt wieder, diesmal mit Fl\u00fcchtlingen, so dass sie fast aus den N\u00e4hten platzte. Manche H\u00e4user, die f\u00fcr eine Familie ausgelegt waren, wurden nun von zwei bis drei Familien bewohnt. Heute hat sich die Einwohnerzahl bei etwas \u00fcber 300 eingependelt. Neben alteingesessenen Familien und ehemaligen Fl\u00fcchtlingen sind in den letzten Jahren Familien zugezogen, die die Idylle in Schlein\u00e4he sch\u00e4tzen.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Historische St\u00e4tten<\/h3>\n\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/old.arnis.de\/old\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/pages_stadt_chronik_05.jpg\" alt=\"Bild - Stadt Arnis Chronik 05\" \/><\/figure>\n\n<p><strong>Der Kirchberg,<\/strong>\u00a0auf dem die 1673 vollendete Kirche gebaut wurde, geh\u00f6rte zu den Festungswerken Erichs des Pommern. Es ist aber anzunehmen, dass die Aufsch\u00fcttung schon \u00e4lter ist. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Wachposten aus der Wikingerzeit, der zusammen mit der auf der Schwansener Seite gelegenen Schwonsburg die freie Durchfahrt der Schiffe nach Haithabu garantieren sollte. Solche Wachposten befanden sich \u00fcberall entlang der Schlei.<\/p>\n\n<p><strong>Die Offaquelle<\/strong>\u00a0ist eine S\u00fc\u00dfwasserquelle, die heute in der Schlei liegt. Sie ist mit einer Sage \u00fcber den K\u00f6nig Offa verbunden. Er soll K\u00f6nig der Angeln gewesen sein, ein junger, aber kranker Mann, der hier in der Quelle gebadet haben soll und so Gesundheit erlangte. Die Stadt hat zur Erinnerung an die nun versandete Quelle einen Brunnen am Badestrand errichten lassen.<\/p>\n\n<p><strong>Das Rathaus\u00a0<\/strong>wurde vom Reeder Klinck erbaut, einem der damals reichsten M\u00e4nner der Stadt. Sp\u00e4ter erwarb der Kommerzienrat H\u00fcbsch das Haus. Er lie\u00df ein Stockwerk und den markanten Turm des Hinterhauses abrei\u00dfen, weil es ihm zu hoch erschien. Nach dem Tode von Matthias H\u00fcbsch \u00fcberlie\u00df seine Witwe das Haus der Stadt Arnis mit der Auflage, dass diese f\u00fcr die Pflege der H\u00fcbsch\u00b4schen Gr\u00e4ber aufkomme. So wurde das \u201eKlinckenhaus\u201c 1934 das Rathaus von Arnis. Es beherbergt neben den Dienstr\u00e4umen des B\u00fcrgermeisters und dem Sitzungssaal (in dem im Sommer vielf\u00e4ltige Ausstellungen zu sehen sind) auch mehrere Wohnungen in den oberen Etagen und im Hinterhaus.<\/p>\n\n<p><strong>Die Schifferkirche von 1673<\/strong>\u00a0ist das \u00e4lteste Bauwerk von Arnis. Zun\u00e4chst war sie als Backsteinbau geplant, doch ein nach Gotland um Baumaterial entsandtes Schiff ging unter. So wurde die Kirche mit Fachwerk errichtet.<br \/>Das Datum steht noch \u00fcber der Nordert\u00fcr, denn diese Seite ist noch als urspr\u00fcngliche Fachwerkmauer erhalten. Das Ostende, die S\u00fcdwand und die Westwand wurden schon im Jahre 1733 mit gelben Backsteinen erneuert. 1825 wurde der bauf\u00e4llige h\u00f6lzerne Glockenturm ganz neu aufgebaut. Eine Besonderheit ist die Kanzel, die der Sage nach aus einer untergegangenen Kirche im Nordseegebiet stammen soll. Sie ist von 1573 und somit 100 Jahre \u00e4lter als die Schifferkirche. Sie stammt tats\u00e4chlich mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit aus der Region zwischen Hadersleben und Eckernf\u00f6rde.<br \/>Sehenswert sind auch die prachtvollen Votivschiffe aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die unter der Decke der Kirche h\u00e4ngen. Sie wurden von Arnisser Seefahrern als Dank f\u00fcr die gl\u00fcckliche Heimkehr gestiftet. Das sch\u00f6nste unter ihnen, die \u201cAnsul Arnis\u201d wird heute im Landesmuseum Schleswig gezeigt.<\/p>\n\n<p>Das Gem\u00e4lde \u201eDie Kreuzaufrichtung\u201c ist der einzige noch vorhandene Gegenstand aus dem Besitz eines Arnissers aus der Gr\u00fcndungszeit. Es wurde 1693 vom Arnisser Andreas Odefeyd gestiftet.<\/p>\n\n<p><strong>Die M\u00fchle:\u00a0<\/strong>Urspr\u00fcnglich stand auf dem Grundst\u00fcck Lange Strasse 52 eine M\u00fchle. 1786 wurde sie in Rendsburg gekauft, nach Arnis gebracht und dort wieder aufgestellt. Es handelte sich um eine \u201eGalerie-Holl\u00e4nder-M\u00fchle\u201c, wie sie im Umland noch zu finden sind. Ein Kanal reichte bis an das M\u00fchlengeb\u00e4ude heran, so dass Korn auch auf dem Wasserwege angeliefert und Mehl und Schrot abgeholt werden konnte. Im Laufe der Jahre wurde die M\u00fchle um Stall- und Speichergeb\u00e4ude erweitert. Leider musste sie 1966 wegen Bauf\u00e4lligkeit abgerissen werden.<\/p>\n\n<p>Nur das ehemalige Speichergeb\u00e4ude mit dem kleinen h\u00f6lzernen Kranhaus ist noch erhalten, es wurde zu einer Ferienwohnanlage umgestaltet.<\/p>\n\n<p><a href=\"https:\/\/old.arnis.de\/old\/?page_id=2939\" data-type=\"page\" data-id=\"2939\">Galerie: Historische Bilder von Arnis<\/a><\/p>\n\n<p>Literatur:<\/p>\n\n<ul>\n<li>W. Luth: Arnis, kleine Stadt mit gro\u00dfer Vergangenheit, 1977<\/li>\n<li>Ders.: Kleines Arnisser Bilderbuch, 1983<\/li>\n<li>300 Jahre Arnis \u2013 1667-1967, 1967<\/li>\n<li>K. M\u00fcller: Die Schlei \u2013 Tochter der Ostsee, Artikel \u201eBad Arnis \u2013 die Perle der Schlei\u201c, 1965, S. 68 ff,<\/li>\n<li>G. Thomsen: Aus der Geschichte der Stadt Arnis, Jahrbuch des Heimatbundes Angeln 8, 1937, S. 5 ff<\/li>\n<li>C. von Carnap-Bornheim u. M. Segschneider, Hrsg.: Die Schleiregion \u2013 Land-Wasser-Geschichte, 2007, S. 193 ff<\/li>\n<li>L. Wiese: Gru\u00df aus Arnis, 2000<\/li>\n<li>J. Bracker: \u201eVorw\u00e4rts mit Gott\u201c \u2013 Ein Schiffsjournal f\u00fcr den Schoner \u201eVorw\u00e4rts\u201c aus Arnis an der Schlei, Die Heimat 101. Jg., 1994, S. 172 ff<\/li>\n<li>Nicolaus Schmidt, Arnis 1667-2017 \u2013 Deutschlands kleinste Stadt, 2017<\/li>\n<li>L. Wiese und B. Wollert: Arnisser Geschichten \/ In unser Herz geschrieben, 2017<\/li>\n<\/ul>\n\n<p>\u00a0Artikel \u00fcber Arnis:<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arnis\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00a0Wikipedia<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arnis liegt auf einer Halbinsel in der Schlei. Bis zur Besiedelung war die Insel fast unbewohnt und zum gr\u00f6\u00dften Teil bewaldet. Der d\u00e4nische K\u00f6nig Erich der Pommer soll eine bis dahin existierende Landverbindung 1415 durchstochen haben, so dass Arnis eine Insel wurde. Dies blieb sie bis zur erneuten Anbindung an das Festland. Als der Kappelner <a href=\"https:\/\/old.arnis.de\/old\/die-stadt\/chronik\/\" class=\"read-more below\" title=\"READ MORE\">READ MORE<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":2935,"menu_order":11,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/old.arnis.de\/old\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2938"}],"collection":[{"href":"https:\/\/old.arnis.de\/old\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/old.arnis.de\/old\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/old.arnis.de\/old\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/old.arnis.de\/old\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2938"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/old.arnis.de\/old\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2938\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6771,"href":"https:\/\/old.arnis.de\/old\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2938\/revisions\/6771"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/old.arnis.de\/old\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2935"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/old.arnis.de\/old\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2938"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}